Was hat Lotos mit Yoga zu tun?

Der Lotos im Yoga

Der Lotos (Lotus) hat eine große Bedeutung in vielen Kulturen Asiens und insbesondere im Hinduismus, im Buddhismus und im chinesischen Daoismus. Als Symbol für Reinheit, Weisheit, Hingabe und die Entfaltung des Selbst finden wir Lotosblüten in buddhistischen und chinesischen Tempeln oder auf Darstellungen hinduistischer Götter sowie in vielen Mythen und Geschichten aus Asien.

Die Verbindung des göttlich männlichen und des weiblichen - Shivashakti - mit einem Lotos in der Hand
Die Verbindung des göttlich männlichen und des göttlich weiblichen – Shivashakti – mit einem Lotos in der Hand. Auch die Geometrie-Symbole (Yantra) sind umrahmt von Lotosblütenblättern (Foto aufgenommen im Sivananda Ashram Neyyar Dam/Kerala, Indien)

Gleichnis der Selbstverwirklichung

Den Lotos (Sanskrit Padma) können wir als Gleichnis für die eigene Selbstverwirklichung bzw. Erleuchtung sehen: Als Wasserpflanze wurzelt er tief im Schlamm. Dieser schmutzige Untergrund entspricht den Widrigkeiten des irdischen Lebens mit seinen anhaftenden Gedanken und Gefühlen. Mit einem starken Stengel entwächst die Pflanze aus der Dunkelheit empor Richtung Wasseroberfläche – dem Licht entgegen. Dies ist der Prozess des Loslassens und Nicht-Anhaftens von weltlichen Dingen. Oberhalb der Wasseroberfläche entwickelt der Lotos einen Blütenknospe, die bald, wenn sie ihr volles Potential entfaltet, in außergewöhnlicher Schönheit erblüht.

Der Lotoseffekt

Schmutzpartikel und Wasser perlt an Blüten und Blättern des Lotos ab. Diese besondere Eigenschaft Schmutz abzuwehren (Lotoseffekt) können auch wir als Aspiranten der Yogatradition versuchen zu entwickeln. Mit Yoga können wir unseren Körper und unseren Geist stärken, so dass alles Negative an uns abperlt.

Blühender Lotos in voller Pracht. Schmutz und Wasser perlen an den Blütenblättern ab - Lotoseffekt.
Blühender Lotos in voller Pracht. Schmutz und Wasser perlen an den Blütenblättern ab – Lotoseffekt. (Foto aufgenommen in Sigiria, Sri Lanka)

Lotos in Asana-Positionen

Bei dieser hohen Symbolkraft ist es kein Wunder, dass es auch Yogapositionen (Asanas) gibt, die den Lotos im Namen tragen:

Padmasana

Der Lotossitz mit übereinander geschlagenen Beiden gilt als besonders hilfreich für Meditationen. Der Sitz ist angenehm für den Rücken und schenkt Stabilität. Diese Asana erfordert besonders flexible Hüftgelenke. Um mögliche Schäden im Kniegelenk oder Fußgelenk zu vermeiden, sollte man den für den Lotussitz vorbereitende Übungen machen.

Blühender Lotos

Eine weitere Asana, die dem Lotos gewidmet ist, ist der „Blühende Lotos“ (Blossoming Lotos). Dies ist keine Asana aus dem klassischen Yoga, sondern entstammt der Jivamukti-Strömung. Doch auch hier sind die Hüftgelenke das zentrale Element.

Padmasana - Der Lotossitz erfordert Geduld und regelmäßiges Üben. (Foto aufgenommen in Munnar/Kerala, Indien)
Padmasana – Der Lotossitz erfordert Geduld und regelmäßiges Üben. (Foto aufgenommen in Munnar/Kerala, Indien)

Fazit: Der Lotos besitzt eine enorm hohe Symbolkraft. Als Gleichnis für die Selbstverwirklichung fasziniert mich diese Pflanze. Deswegen habe ich den Lotos auch für den Namen dieser Website gewählt. Jetzt wisst ihr Bescheid. 😉

Om namasivaya

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